Au Spinnenphobie, mein absoluter Klassiker bei den gelernten Ängsten.
Meine Mutter fing immer an, hysterisch das ganze Haus zusammenzukreischen, sowie sie eine entdeckte. Also bekamen wir Kinder natürlich auch Angst vor ihnen, obwohl sie sich auf der Haut auch nicht anders als ein Marienkäfer oder ein Schmetterling anfühlen (so schnell hab ich keine 6 von 8 Beinen unterschieden

)
Was mir damals geholfen hat war ein Projekt in dem Kindergarten, in dem ich damals arbeitete "Alles, was gruselig ist". Eines der Kinder brachtre eine riesige, fette, behaarte Spinne mit und wir haben sie alle gemeinsam gezeichnet. Relativ geschützt konnte ich das Tier bis in die kleinsten Details beobachten und habe meinem praktisch nicht vorhandenen Talent entsprechend versucht, sie so genau wie möglich zu zeichnen. Das hat mir die Möglichkeit gelassen, jederzeit "nein" zu sagen und zu gehen. Und umso glücklicher war ich über jede Minute, in der ich es schaffte, "ja, ich bleibe" zu sagen.
Bin kein Freund von "Schmeißen wir das Kind ins Wasser, dann muß es ja schwimmen lernen". Man bekommt das Wechselgeld ohnehin in Alpträumen zurück. Und was wäre damit gewonnen?
Jeder hat sein individuelles Zeitbedürfnis, um Dinge zu lernen und jeder darf und sollte da so achtsam mit sich umgehen, wie es nur irgend möglich ist. Und jeder braucht um sich Menschen, die genau das respektieren...