Ja, Hengst, es ist wirklich wunderschön.
Auch ich hatte Nahtoderlebnisse, zweimal tatsächlich durch den Nahtod, viele Male durch Substanzen und Meditation.
Meine erstes wirkliches (=bewusstes) Nahtoderlebnis war mit 7 Jahren; erst nach dieser Erklärung verstehe ich wirklich, dass es eins war.
Ich fiel auf der Kellertreppe mit Glasflaschen in der Hand, und Scherben müssen sich in meinen Hals gebohrt haben, davon bekam ich nichts mit; ich schrie nur vor Erstaunen und habe diesen Schrei selbst garnicht als schlimm wahrgenommen, doch dann hörte ich den 'Antwortschrei' meiner Mutter, voller Entsetzen und Sorge(es muss wohl etwas mitgeklungen haben in meinem Schrei). Ich glaube, dass das meine erste noch wahrnehmbare Begegnung mit dem Tod war, dass der Tod selbst nicht materiell ist, sondern nur von denen die weiterleben, als 'der brutale Tod' verstanden wird (in dem Fall meiner Mutter).
Ich war aber nicht schlimm verletzt, die Scherbe hatte meine Halsschlagader um genausoviel verfehlt dass es nur ziemlich blutete, aber nicht schlimm war. (Es wurde dann auf meinen Wunsch, da ich als Kind logischerweise keine Nadeln im Hals haben wollte :) nicht mal genäht. Die Narbe ist noch deutlich sichtbar.)
Für ein Nahtoderlebnis muss man also nicht wirklich sterben, sondern nur der Körper in den Modus Eventuelles Sterben umschalten, schätze ich. So wie die Haut eine Brandblase bildet, wenn dir ein Bügeleisen auf den Bauch gedrückt wird und du siehst nichts, auch wenn es kalt ist, obwohl du garnicht darüber nachdenkst.
Mein zweites wirkliches Nahtoderlebnis war mein Selbstmordversuch 2009. Nach vielen schlechten Erfahrungen mit der Beziehung meiner Mutter zu meinem ehemaligen Stiefvater (von dem sie zu dem Zeitpunkt schon geschieden war) und Diagnose ihrer Krebserkrankung hatten mich nach ewigen Jahren der Selbstmordabsicht (ungefähr seit ich 8 war, vllt ja wirklich seit meinem Erlebnis mit 7, hatte ich diese Gedanken, die sich seit Einsetzen meiner Pubertät immer mehr verdichteten auch in Automutilation), die ich meiner Mutter zuliebe zurückhielt (wie soll sie als Krebserkrankte Hoffnung schöpfen, wenn ihre Tochter sich umbringt?) hatte ich mich entschlossen mich zu befreien.
Einfach egoistisch zu sein. Nein, ich wollte nicht mehr. Ich wollte Hilfe vom Tod oder von einer Psychiatrie und ich WUSSTE es ist jetzt wirklich der einzige Weg für mich. Und auch wirklich JETZT.
Also wartete ich, völlig geplant ab bis meine Mutter wegfuhr wie jeden Montag, und schluckte dann ganz langsam nach und nach alle Schlaftabletten, die ganze Packung (damals wusste ich noch nicht, dass es sich so leicht nicht stirbt ;) ) und hörte dazu Musik, die meinen Weltschmerz für mich gut darstellte.
Ich bekam, da diese Tabletten in hoher Dosierung, ich sage mal Horrortrips, fördern, Visionen, mit denen ich heute noch etwas anfangen kann, ich sah im auf dem Balkon aufgehängten Biobeutel den Skalp einer weishaarigen alten Indianerin und war sicher, dass jeden Moment ein Silent Hill-Monster die Katzenleiter heraufkam,, es kam die ganze Zeit, doch es erreichte mich nie.
Ich konnte meinen Körper nicht mehr kontrollieren, ich schwankte und fiel mehr als dass ich lief, als ich einmal auf die Toilette ging. Aber ich nahm es gleichzeitig ganz und garnicht wahr.
In der Nacht wusste ich, so wie auch vorher, du hast dich entschieden, du wirst nicht zurückblicken. GOTT oder was auch immer entscheidet ob du stirbst oder nicht. Kein Krankenwagen, keine Nachricht an irgendwen. Ich bin damit allein.
Ich gab mich ganz in die Hände des Schicksals.
Was genau ich geträumt habe, weiß ich nicht. Und ich denke das ist auch das, die meisten vergessen nach einer Nahtoderfahrung viel bis alles was sie sahen, zumindest ihr Bewusstsein vergisst es, vllt ist das ja unterschiedlich je nachdem, wie nah man dem Tod wirklich war? Und mit Sicherheit von Mensch zu Mensch!
Am nächsten Morgen erwachte ich jedenfalls und zwar mit dem Gefühl, jetzt kriege ich mein Leben auf die Reihe! Ich bin so froh, dass es nicht geklappt hat..
Und seitdem, wenn auch nicht von heute auf Morgen, hat sich mein Leben GRUNDLEGEND verändert.
Alle anderen Erfahrungen erwähnte ich nur, weil auch ich was sie betrifft ähnliche Visionen hatte, wie der Schreiber sie beschreibt, das Universum, alles in allem, unendlich..
Aber das Umfassende dieses Erfahrungsberichts ist überraschend, bereichernd, beglückend.. es hat mir geholfen viele Fäden für mich zu verknüpfen und ich danke aufs herzlichste fürs Einstellen.
GLG Moony