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Schöpfungsmythos des Rig-Veda (1 Leser) (1) Gast



 
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THEMA: Schöpfungsmythos des Rig-Veda
#41607
Schöpfungsmythos des Rig-Veda
(03.12.2013 11:14)  
 


Rigveda
(Weltentstehungsmythos)
 
1
Damals war nicht das Nichtsein, noch das Sein,
kein Luftraum war, kein Himmel drüber her. -
Wer hielt in Hut die Welt; wer schloss sie ein?
Wo war der tiefe Abgrund, wo das Meer?
2
Nicht Tod war damals, noch Unsterblichkeit,
Nicht war die Nacht, der Tag nicht offenbar. -
Es hauchte windlos in Ursprünglichkeit
das Eine, außer dem kein andres war.
3
Von Dunkel war die ganze Welt bedeckt,
ein Ozean ohne Licht, in Nacht verloren; -
Da ward, was in der Schale war versteckt,
das Eine durch der Glutpein Kraft geboren.
4
Aus diesem ging hervor, zuerst entstanden
als der Erkenntnis Samenkeim, die Liebe; -
Des Daseins Wurzelung im Nichtsein fanden
die Weisen, forschend in des Herzens Triebe.
5
Als quer hindurch sie ihre Messschnur legten.
Was war das unterhalb? Und was war oben? -
Keimträger waren, Kräfte, die sich regten,
Selbstsetzung unten, Angespanntheit droben.
6
Doch, wem ist auszuforschen es gelungen,
wer hat, woher die Schöpfung stammt, vernommen?
Die Götter sind diesseits von ihr entsprungen!
Wer sagt es also, wo sie hergekommen?
7
Er, der die Schöpfung hat hervorgebracht,
der auf sie schaut im höchsten Himmelslicht,
der sie gemacht hat, oder nicht gemacht,
der weiß es! - oder weiß auch der es nicht?
 
 
 
Diese lyrische Übersetzung ist zwar sehr schön, aber die Prosaübersetzung (K. F. Geldner) bringt die inhaltlichen Aussagen genauer ins Deutsche:
 
1. „Weder Nichtsein noch Sein war damals; nicht war der Luftraum noch der Himmel darüber. Was strich hin und her? Wo? In wessen Obhut? Was war das unergründliche, tiefe Wasser?“
 
2. „Weder Tod noch Unsterblichkeit war damals; nicht gab es ein Anzeichen von Tag und Nacht. Es atmete nach seinem Eigengesetz ohne Windzug dieses Eine. Irgend ein anderes als dieses war weiter nicht vorhanden.“
 
3. „Im Anfang war Finsternis in Finsternis versteckt; all dieses war unkenntliche Flut. Das Lebenskräftige, das von der Leere eingeschlossen war, das EINE wurde durch die Macht seines heißen Dranges geboren.“
 
4. „Über dieses kam am Anfang das Liebesverlangen, was des Denkens erster Same war. - Im Herzen forschend machten die Weisen durch Nachdenken das Band des Seins im Nichtsein ausfindig.“
 
5. Quer hindurch war ihre Richtschnur gespannt. Gab es denn ein Unten, gab es denn ein Oben? Es waren Besamer, es waren Ausdehnungskräfte da. Unterhalb war der Trieb, oberhalb die Gewährung.

6. Wer weiß es gewiss, wer kann hier verkünden, woher sie entstanden, woher diese Schöpfung kam? Die Götter kamen erst nachher durch die Schöpfung dieser Welt. Wer weiß es dann, woraus sie sich entwickelt hat?

7. Woraus diese Schöpfung sich entwickelt hat, ob Er sie gemacht hat oder nicht - der der Aufseher dieser Welt im höchsten Himmel ist, der allein weiß es, es sei denn, dass auch er es nicht weiß.
 
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Mag sich jemand darüber austauschen?
Vers 4, in dem das Liebesverlangen (im Zusammenhang mit Vers 3 als treibender Drang) als Grundimpuls der Schöpfung und Grundlage des Denkens beschrieben wird, finde ich genauso interessant, wie Vers 6, in dem die Götter erst "Produkte" der Schöpfung sind und nicht die Schöpfer selbst.
Und Vers 7 ist so wunderbar vieldeutig.
 
Letzte Änderung: 03.12.2013 11:14 von .
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