SchlafesBruder schrieb:
Hallo zusammen!
Ich bin neu hier und lese mich ein wenig durch die Beiträge.
Das ist eine sehr philosophische Sicht von Feindschaft und in die Realität oft nicht zu übertragen.
Ich habe gerade einen Beitrag im Fernseh gesehen, in dem gezeigt wurde, wie eine tansinische Mutter 17 Tage mit ihren kleinen Kindern durch die Steppe unterwegs war, um die Grenze nach Kenia zu erreichen, wo ein Flüchtlingslager ist.
Der jahrelange Krieg in ihrem Land hat ihr und hunderttausender ihrer Mitbürger jede Sicherheit und Grundlage fürs Überleben genommen.
Dort werden Menschen einfach umgebracht, weil sie einem anderen Stamm angehören.
Wie willst du dieser Mutter begreiflich machen, dass der Feind eigentlich in ihrem Inneren wohnt.
Das ist nur ein Beispiel, um begreiflich zu machen, was ich meine.
Feindschaft ist oftmals etwas, was man kaum beeinflussen kann und was einem aufgedrängt wird.
Die von dir gemeinte Feindschaft nährt sich aus einem inneren Konflikt und davon hat jeder Mensch welche.
Wie heisst das von dir zitierte Buch?
Hallo lieber SchlafesBruder
Diese Mutter geht ihren Weg in Liebe zu ihren Kindern und in Liebe zu sich selber und mit ganz viel Lebensmut und Überlebenswille
Ich gehe mal davon aus Sie schafft ihr Ziel und kommt in Sicherheit an, aber was dann ?
Es ist doch nicht so das dann alles vergessen ist was davor geschehen ist, Todesangst, die Trauer um die Menschen die sei bestimmt verloren hat, das macht was in ihren Inneren.
Da kommt Trauer, Wut, Angst, alles mögliche hoch.
Sie wird auch nicht am Ziel im Paradies landen, sondern muß sich ihr Leben mit ihren Kindern neu aufbauen
So, nun kommen wir an einen Punkt, wo durch das Geschehene Schmerz in ihren Inneren ist, Haß auf die Verfolger, die gefühlte Erfahrung das Leben grausam sein kann und das zu verarbeiten und nicht da drin stecken zu bleiben ist die Herausforderung.
Ein Mensch der solche traumatische Erfahrung gemacht hat, kann nicht sofort mit dem was passiert ist seinen Frieden machen, das muß heilen.
Sie hat nun zwei Wege, den Weg des Hasses, der Rache oder den Weg der Liebe, der Vergebung, das heißt nicht das sie gutheißen muß was ihre Verfolger getan haben aber das sie Frieden in ihren Herzen findet, für sich und ihre Kinder
So Innen wie Außen, wenn sie in ihren Schmerz steckenbleibt wird sie auf Ablehnung stoßen und weitere negative Erfahrungen werden folgen, wenn Sie diesen Kreislauf der Gewalt durchbricht und ihren Weg lernt liebevoll zu gehen wird sie da raus kommen und auch wieder positive Erahrungen machen.
Ich wünsche ihr von Herzen das sie da wo sie angekommen ist auf Menschen trifft die so emphatisch sind ihr auch den Platz und das Verständniss geben für ihre Trauer und Wut, das sie FÜHLT das es auch andere Erfahrungen gibt, Menschen die liebevoll sind und das sie sich in einer neuen Gemeinschaft aufgehoben fühlt.
Das sie es schafft, nicht die Feinschaft die sie erlebt hat weiter zugeben, sondern das sie diesen Kreislauf durchbrechen kann und sieht wieviel Mut und Kraft in ihr steckt dieses überlebt zu haben und das "Wunder" erlebt das da Menschen sind die ihr die Hand reichen und sie dabei unterstützen.
Ich wünsche ihr Menschen, die nicht sagen selber Schuld, da war was in dir drin dadurch hast du das verdient, sei dankbar für die Erfahrung, liebe deine Feinde, sondern ich wünsche ihr Menschen die ihr Trost geben können und helfen diese Erfahrung zu verarbeiten und die sie in ihre Gemeinschaft aufnehmen und nicht alleine lassen mit ihren Erfahrung
Liebe Grüße
Mara