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Das Buch habe ich in der Bücherecke eingestellt und wollte gern noch zwei Kommentare dazu schreiben. Aber irgendwie ging das nicht. Vieleicht waren sie zu lang?
Weil ich aber bei diesem Buch sogar mal das Vorwort und die Einleitung gelesen hab und diese auch recht wichtig und interessant finde, tu ich das einfach mal hier rein:
MALLONA
Der Untergang des Asteroiden-Planeten
Kurzbeschreibung
Als Mahnzeichen einer kosmischen Katastrophe von unvorstellbarem Ausmaß kreisen in unserem Sonnensystem zwischen Mars und Jupiter die Trümmer eines einstigen Planeten als tote kosmische Gebilde. Dort, wo der Schwarm der sogenannten Asteroiden seine Bahnen zieht, Hat sich in vorgeschichtlichen Zeiten eine Tragödie abgespielt, über die für immer der Schleier eines ungelösten Geheimnisses gebreitet scheint. Warum und wie kam es zu dieser Katastrophe? Der Autor versetzt uns in seinem inspirierten Werk auf den einstmals herrlichen Planeten Mallona. Wir erleben seine Bewohner, erhalten Kenntbis von ihrer Wissenschaft und Technik, ihren Lebensgewohnheiten und ihren Streitigkeiten, die letzten Endes zur Vernichtung des Planeten führten. Die gegenwärtigen katastrophenträchtigen Zustände auf unserer Erde - wie Ausplünderung unseres Planeten, unterirdische Atomwaffenversuche und immer ausgeklügeltere tödliche Waffensysteme - ähneln in gefährlicher Weise den einst auf dem Planeten Mallona vor seinem Zerbersten herrschenden katastrophalen Verhältnissen.
Dieses Buch mag zur Besinnung aufrufen.
Vorwort und Neubearbeitung von M. Kahir
Als Zeichen einer Katastrophe von unvorstellbarem Ausmass kreisen in unserem Sonnensystem die Truemmer eines einstigen Planeten als tote kosmische Gebilde umher.
Dort, wo heute der Schwarm der sogenannten Asteroiden seine Bahnen zieht, muss sich in vorgeschichtlichen Zeiten eine Tragoedie abgespielt haben, ueber die fuer immer der Schleier eines ungeloesten Geheimnisses gebreitet scheint.
Nur durch logische Schluesse vermag die Astronomie Theorien aufzustellen ueber ein Weltengeschehen, dessen gewaltige Spuren erst aus dem Dunkel traten, als die Sternphotographie immer mehr Zeugnisse von jenem Tatbestand an den Tag brachte. Blaettert man in irgendeinem astronomischen Werk, so kann man im wesentlichen dazu folgende Angaben lesen:
„Asteroiden, auch Planetoiden genannt, sind eine Gruppe von Kleinstplaneten, die sich durch ausserordentlich geringe Massen und Durchmesser auszeichnen.
Ihre, wenn auch meist sehr unregelmaessigen Umlaeufe um unsere Sonne kennzeichnen sie als Planeten (Wandelsterne). Ihre Bahnen sind zum groessten Teil auf den Raum verteilt, der von den Bahnen des benachbarten Mars, bzw. Jupiters begrenzt wird. Man kennt heute fast zweitausend solcher Asteroiden, deren Zahl und Bezeichnung insbesondere vom deutschen Kepler-Institut in Berlin in Evidenz gefuehrt wird.
Schon fruehzeitig vermutete man Zahlenbeziehungen zwischen den Sonnenabstaenden der Planeten, wodurch auch der fruehere Astronom des 17. Jahrhunderts, Johannes Kepler, zur Entdeckung seiner drei Planetengesetze gelangte. 1766 stellte der Wittenberger Professor Titius eine Zahlenreihe auf, fuer deren Anerkennung sich besonders der Astronom Bode einsetzte. Diese als „Titius-Bode-Reihe" bekannte Planeteneinordnung forderte zwischen den Bahnen von Mars und Jupiter das Vorhandensein eines Planeten, der jedoch am Sternenhimmel unauffindbar blieb.
Erst 1801 gelang es Piazzi in Palermo, auf dem in Frage kommenden Himmelsabschnitt wenn schon nicht einen groesseren Planeten, so immerhin einen planetenaehnlichen kleinen Weltkoerper ("Ceres" mit 768 km Durchmesser) zu entdecken. Im Verlauf weiterer sechs Jahre wurden noch drei weitere Kleinplaneten ("Pallas", "Juno" und "Vesta" mit Durchmessern zwischen 200-500 km) aufgefunden. Es spricht fuer die geringe Groesse der damals noch unbekannten Vielzahl von Planetoiden, dass der naechste Planetenzwerg (Astraea) erst im Jahre 1845 entdeckt werden konnte. Und erst seit Einfuehrung der Himmelsphotographie tauchten aus dem Dunkel des Firmaments jene Asteroidenschwaerme (Planetensternchen) auf, deren Gesamtauffindung heute wohl fast als abgeschlossen gelten kann.
Ausser den zuerst gefundenen vier relativ grossen Asteroiden handelt es sich bei den anderen zumeist um Weltkoerper allerkleinster Dimension, deren geringster Durchmesser sich auf wenig mehr als 10 km belaeuft. Ihre Bahn ist aeusserst unregelmaessig. So kann sich z. B. "Eros" unserer Erde bis auf 600.000 km naehern (weniger als die doppelte Mondentfernung), waehrend "Hidalgo" zuweilen weit ueber die Bahn des Jupiters hinausfluechtet. Auch die Neigungswinkel der Asteroiden zur Ekliptik sind meist betraechtlich groesser als die der anderen Grossplaneten. Die gesamte Masse aller dieser Miniaturwelten wird auf kaum ein Tausendstel der Erdmasse geschaetzt."
(Diese geringe Masse mag wohl heute gelten, doch muss dieser Zustand urspruenglich durchaus nicht geherrscht haben. Denn die weitaus groessere Zahl jener Bruchstuecke duerfte laengst von der Sonne, bzw. den anderen Planeten eingefangen worden sein. Vermutlich sind die beiden Kleinmonde des Mars (Deimos und Phobos), wie auch die auffallend duerftigen Kleinsttrabanten unter den Monden des Jupiter, Saturn und Uranus solche kosmische Truemmer, die in den Anziehungsbereich jener Planeten gerieten.)
Ueber die Entstehung der Asteroiden - ob aus eingefangenen Massen ehemaliger Kometen und Meteore, oder aus einem frueher die Sonne umkreisenden Nebelring, oder aus Bruchstuecken eines einst zerborstenen Planeten hervorgegangen - gehen die Ansichten der Wissenschaft auseinander. Letzterer Theorie billigt die moderne Astronomie heute die groesste Wahrscheinlichkeit zu, doch widersetzt sich jenes raum- und zeitferne Geschehen naturgemaess jeder materiellen Beweisfuehrung.
Umso bemerkenswerter ist es, dass wir aus anderen Quellen als denen der blossen Naturbetrachtung Kunde ueber jene Katastrophe im Planetenreich erhielten, die sich ansonsten jeder Rekonstruktion entzieht.
Zuerst tauchte dieses Thema wiederholt im Schrifttum des oesterreichischen Mystikers Jakob Lorber auf, der um die Mitte des vorigen Jahrhunderts auf geistig inspiriertem Wege u. a. auch Diktate ueber zahlreiche Schoepfungsgeheimnisse empfing. In seinem zehnbaendigen Werke "Das grosse Evangelium Johannis" finden sich mehrfach Hinweise auf einen einstigen Grossplaneten unseres Sonnensystems, der durch das Treiben einer technisch hochentwickelten, aber grundboese gewordenen Menschheit der voelligen Zerstoerung anheim fiel.
Von wissenschaftlichem Interesse sind dabei die Parallelen zwischen Lorbers Angaben ueber die Beschaffenheit jenes Planeten und den Feststellungen der Astronomie ueber die heutigen Asteroiden. So schrieb Lorber u. a.:
"Zu Anfang der sechsten Erdperiode schwebte der spaeter zerstoerte Planet, umkreist von seinen vier Monden (!) zwischen Mars und Jupiter. An Groesse kam er letzterem gleich, doch besass er einen hoeheren Luftkreis, sowie eine staerkere Polneigung und damit eine schiefere Bahn um die Sonne. (!) Dann aber erfolgte die erwaehnte Zerstoerung, und diese Zertruemmerung teilte den ganzen Planeten in viele groessere und kleinere Stuecke.
Nur die vier Monde blieben ganz (d. s. die heutigen vier groessten Asteroiden, siehe oben! Kh.) Da selbe aber ihren Zentralkoerper verloren hatten, gerieten sie in Unordnung und entfernten sich voneinander mehr und mehr, indem sie durch die Berstung des Planeten einen sehr merklichen Stoss erhielten. Die Stuecke des Hauptplaneten zerteilten sich in dem breiten Raum zwischen der Mars- und Jupiterbahn. (!) Eine grosse Anzahl kleinerer Truemmer entfernte sich noch weiter hinaus. Etliche fielen auf den Jupiter, andere auf den Mars, einige sogar auf die Erde, die Venus, den Merkur und in die Sonne. Auf den Truemmern waltet kein organisches Leben mehr ausser dem der Verwitterung und langsamen Aufloesung. . ."
Als Lorber diese durch das Innere Wort empfangenen Mitteilungen um 1850 niederschrieb, waren somit ausser den 1801-1807 entdeckten vier grossen" Kleinplaneten und den 1845 aufgefundenen weitaus kleineren Planetoiden noch keinerlei Spuren jener ueberfuelle von kosmischen Bruchstuecken bekannt, die die astronomische Fachwelt spaeter so in Erstaunen versetzte.
Es ist das gleiche Bild wie bei dem Planeten Neptun, der in dem Lorberwerk Die natuerliche Sonne" (nachweislich entstanden 1842) eingehend nach Groesse, Beschaffenheit, Entfernung, Umlaufzeit usw. beschrieben erscheint, dabei jedoch erst 1846, also vier Jahre spaeter von dem Astronomen Galle in Berlin erstmalig aufgefunden wurde. Den Zweiflern an der Moeglichkeit innerer Schauung sollten diese historisch beglaubigten Tatsachen doch etwas zu denken geben.
Was durch Lorber ueber die Menschheit auf dem geborstenen Planeten und ueber den Grund seiner Zerstoerung ausgesagt wurde, kann der interessierte Leser dem Bande Der Kosmos in geistiger Schau" entnehmen. (Bd. 2/3 der Buchreihe Das Weltbild des Geistes" - Lorber-Verlag, Bietigheim-Wuertt.)
Eine Ergaenzung dieser planetarischen Schilderungen empfing um die letzte Jahrhundertwende der in Berlin lebende Leopold Engel - ein Lorber sehr wesensverwandter Geist.
Sein Buch "Mallona" entstand auf aehnlich-verwandtem und doch wieder andersgeartetem Wege. Er bediente sich dabei eines Hellsehmediums, das in ausgepraegtem Masse jene seltene Faehigkeit besass, welche die Parapsychologie als das sogenannte psychometrische Schauen" kennt. Ueber das Wie der Entstehung gibt seine dem Buch vorangesetzte Einleitung entsprechende Aufklaerungen. Engel fasste die lange Kette von Visionen, die - vor dem geistigen Auge der Seherin wie ein lebendiger Film abrollend - von ihr zuweilen ekstatisch bewegt geschildert wurden, zu einem geschlossenen Ganzen zusammen.
Und so gibt das Werk, Mallona" den bisher umfassendsten Rueckblick. Auf ein raumfernes Ereignis, das sich als eine Weltkatastrophe in grauer Vorzeit abgespielt hat: die Vernichtung eines Planeten durch das eigene Menschengeschlecht, dem er als Wohnstaette bis zu ihrer geistigen Vollendung dienen sollte.
Sowohl Lorber wie auch Engel wurde dabei auch ein mystisches Schoepfungsgeheimnis offenbart: dass die Bestimmung dieses einstigen Planeten nunmehr auf unsere Erde uebergegangen sei als die Pflanzschule eines neuen Menschengeschlechtes, dem hier aufs neue Gelegenheit geboten wird, das Ziel zu erreichen, auf dessem Wege einst die Mallona-Menschheit scheiterte.
Der Bericht vom geborstenen Planeten spricht auch heute noch am sichtbaren Firmament eine erschuetternde Sprache, man muss sie nur verstehen wollen. Ist es nicht eine grosse Warnung an die Erdenbewohner, dieses Truemmerfeld in naechster kosmischer Nachbarschaft? Darum sollten uns solche geistige Erlaeuterungen besonders ergreifen und die Menschheit bewegen, die unumstoessliche Naturordnung achten zu lernen, um nicht das gleiche Unheil erleiden zu muessen wie die Weltbuerger Mallonas, deren Herrschsucht und Besitzgier ihnen samt ihrem kosmischen Wohnhause zum Verderben wurde.
Das Buch "Mallona" ist ein grosser und vielleicht letzter Warnruf in unserer Zeitwende.
Denn auf Erden ist heute die Zeit gekommen, von der gemaess Lorbers "Grossem Evangelium" Jesus Christus einst weissagte:
„Auch die spaeteren Nachkommen eurer Erde werden diese schrecklichen Sprengmittel wieder erfinden samt einer Menge anderer Zerstoerungswerkzeuge. Sie werden damit viele Verheerungen auf Erden anrichten. Dass sie aber damit nicht in zu grosse Tiefen der Erde gelangen, dafuer wird von Gott aus vorgesorgt werden. Darum wird auf eurer Erde eine solche voellige Zerstoerung niemals geschehen, doch werden grosse oertliche Verwuestungen gewiss stattfinden. Die Menschen werden dabei in grosse Angst, Schrecken und Truebsal geraten, und viele werden verschmachten vor Furcht und banger Erwartungen der Dinge, die ueber die Erde kommen." ...
Diese Worte bedeuten zwar - entgegen den Verkuendigungen mancher falscher Propheten von heute - keinen Weltuntergang, doch vermag sich wohl die kuehnste Phantasie nicht vorzustellen, welche Auswirkungen Katastrophen von „nur" kontinentalen Dimensionen in der Menschheit auszuloesen imstande sind. Auf diese kommenden Dinge aber gilt es sich innerlich vorzubereiten.
Denn alle echten Prophetien vom Altertum bis auf heute - geboren aus reingeistiger Schau - schildern uebereinstimmend die Entwicklung der menschlichen Kultur bis zu einer grossen Zeitenwende, die ueber den Fortbestand der Menschheit entscheiden wird. Unverkennbar wird dabei die Daemonie unseres technischen Zeitalters offenbart, dessen Missbrauch der Atomkraefte die Verwirklichung jener Schauungen bereits in greifbare Naehe rueckt.
Was von altersher bis zur Gegenwart darueber geweissagt wurde von Propheten und Sehern, wurde in dem Buche von M. Kahir "Nahe an zweitausend Jahre" (Gegenwart und Zukunft in prophetischer Schau) zusammengefasst und entsprechend zeitgemaess kommentiert. (Turm-Verlag, BietigheimWuertt.)
Es wird nun manchen Leser geben, der ueber dieses Seltsame den Kopf schuettelt und mit hundert Einwaenden astronomischer, physikalischer, archaeologischer und vielleicht auch theologischer Natur die Unglaubwuerdigkeit der Mallona-Berichte, ja ueberhaupt all dieser uebersinnlichen Dinge beweisen moechte. Es soll ein jeder dazu die Stellung nehmen, die ihm seine Erkenntnisfaehigkeit bietet. Denn nicht ein neues Dogma wollen die Geisteslehren aus Tradition und Offenbarung machen, sondern sie wollen die Ergebnisse wissenschaftlicher Forschung und religioeser Lehren mit uralter Ueberlieferung vermaehlen, von der auch die Offenbarungsschriften eines Boehme, Swedenborg und Lorber ein ebenso lebendiges Zeugnis ablegen wie das Schrifttum Leopold Engels.
Trotz ungeheurer Teleskope, trotz Spektralanalyse und Himmelsphotographie gab es mit den Hilfsmitteln der Materie noch niemals einen Blick in die Wahrheit des Universums. Es wird ihn auch ferner nicht geben, denn das Wesenhafte des Makrokosmos ruht als Abbild der Unendlichkeit im Inneren des Mikrokosmos, dem Menschengeiste. Alles Vergaengliche ist nur ein Gleichnis. Und so ist das sinnfaellige Drama vom Ende eines Planeten zwar eine Wirklichkeit, aber nur ein Gleichnis der dahinter waltenden ewigen Wahrheit.
Auch der Mensch unserer Erde steht heute im Zeichen des Atoms wieder an einem Wendepunkte, der nicht nur ihm, sondern auch seiner Wohnstaette, unserer Mutter Erde, zum wandelnden und entscheidenden Schicksal werden kann.
Blicken wir doch sehend auf das eindringliche Himmelszeichen in unserem Planetenreich, auf den Schwarm der Asteroiden als Denkmal kosmischer Vergaenglichkeit - ein Werk ungesegneter Menschenhaende! Sollte dies etwa keine Mahnung und Warnung fuer das Tun unserer verantwortlichen Zeitgenossen bedeuten?
Ernst und feierlich ziehen die Planeten ihre Bahnen und bilden eine Harmonie der Sphaeren, die nur das groesste Schoepfungswunder, der Mensch in seiner Willensfreiheit, durch Missklang zu stoeren vermag. Der Wille Gottes aber ist die Ordnung und seine Liebe fuegt wieder zusammen, was Luzifer im Menschen und durch den Menschen zerbricht.
EINLEITUNG
Die merkwuerdigen Entdeckungen der Psychometrie, jener Eigenschaft des inneren Gesichts, durch die laengst Vergangenes fuer den Beschauer wieder in die Gegenwart zurueckversetzt werden kann, hatten stets mein groesstes Interesse erregt. In mir erwachte der lebhafte Wunsch, moeglichst selbst psychometrische Bilder schauen zu koennen oder wenigstens ein geeignetes Medium zu entdecken, das in unzweifelhaft echter Art diese Faehigkeit besitzt. Alle Versuche, guenstige Erfolge selbst zu erzielen, misslangen voellig. So blieb nur der zweite Weg gangbar. Die Suche nach einer geeigneten Persoenlichkeit wurde mit Ausdauer von mir betrieben, ohne zu ahnen, wie nahe die Verwirklichung dieses Wun-sches lag. Bevor ich jedoch die Entdeckung jenes Mediums schildere, durch das die Veroeffentlichung der folgenden merkwuerdigen Bilder erst moeglich wurde, ist es notwendig, einen kurzen Blick auf das Wesen der Psychometrie selbst zu werfen.
Es ist eine bekannte Tatsache, dass alle Dinge, welche jemals geschehen sind, nichts weniger als spurlos aus der Gegenwart verschwinden, sondern im Gegenteil im Weltenraum gleichsam photographiert aufbewahrt bleiben. Von jedem Geschehnis gehen Lichtschwingungen aus, die in den Weltenraum entschwinden. Gelaenge es, diese Schwingungen an einem anderen Orte aufzufangen und in einem geeigneten Apparate zu sammeln, resp. auf einen Empfaenger zu uebertragen, so wuerde sich dasselbe Bild, gleichgueltig auf welche Entfernung, wiederum so darstellen lassen, wie es durch die von der Quelle ausgehenden Schwingungen ausgestrahlt wurde. Eine solche Erfindung wuerde den Anfang jener Kunst bedeuten, welche die Psychometrie in vollendeter Art auszuueben vermag. Denn diese will nicht nur Gegenwaertiges, sondern laengst Vergangenes reproduzieren vermoege der Tatsache, dass die in den Raum entsandten Schwingungen, die von einem Geschehnis ausgingen, eingeholt, gesammelt und zu einem Bilde wieder zusammengestellt werden koennen. Der Apparat, der diese wunderbare Leistung vollbringt, ist das Gehirn.
Entzieht sich auch das Gesetz, wodurch diese Dinge moeglich werden, heute noch unserer Kenntnis, so bestehen doch die Wirkungen dieses Gesetzes. Denn es gibt Personen, die, sobald sie irgend einen Gegenstand an die Stirn halten mit dem lebhaften Wunsche, ueber dessen Herkunft genaue Auskunft zu erhalten, in klaren, lebhaften Bildern die Geschichte des Gegenstandes an ihrem geistigen Auge vorueber ziehen sehen.
Diese Entdeckung, psychometrisches Schauen genannt, kam wie so manche auf dem Gebiete des Okkultismus aus Amerika. Sie wurde dort namentlich durch Dr. Buchanan zu einem System ausgearbeitet, mittels dessen die merkwuerdigsten Experimente moeglich wurden. Schilderungen des Unterganges von Pompeji, von vulkanischen Ausbruechen aus der praehistorischen Zeit unseres Erdballes u. a. wurden von geeigneten, mit psychometrischer Begabung ausgestatteten Persoenlichkeiten gegeben. Die Umstaende bewiesen klar, dass hier mehr als nur erregte Einbildungskraft im Spiele sein muesse, weil die Kenntnisse der betreffenden Personen ueber die geschilderten Ereignisse nicht ausreichten, um diese Bilder lediglich als Spiel der Phantasie zu erklaeren.
Es ist leicht einzusehen, dass der Wunsch, solche Faehigkeiten auf ihre Wahrheit oder Unwahrheit hin zu pruefen, sich zu lebhaftem Verlangen eines Forschers gestalten muss, der die Probleme der menschlichen Seele auf dem Gebiete ihres magischen Koennens verfolgt und naturgesetzmaessig zu loesen bemueht ist. In diesem Bestreben hatte ich mich seit Jahren mit einem wissenschaftlich hochgebildeten Freund vereint, dessen aerztlicher Beruf ihn ganz besonders geeignet machte, den dunklen Schatten des Unbewussten im Menschen nachzuspueren und dessen Beobachtungen nicht leicht dem von Gegnern gern gemachten Vorwurf der Beobachtungsfehler unterlagen, noch weniger aber einem Selbstbetrug oder der Ueberschaetzung der gewonnenen Resultate.
In seiner eigenen Familie machten wir Versuche mit Psychometrie, und zwar mit ueberraschendem Erfolg. Bald erwies sich seine Tochter als ein hervorragendes, schnell immer vollkommener werdendes Medium, die bei vollem Bewusstsein imstande war, mit ueberraschender Korrektheit die Herkunft eines jeden Gegenstandes und was sonst mit dessen Geschichte zusammenhing zu berichten. Die Mitteilungen durch die junge Dame beschraenkten sich zuerst nur auf alltaegliche Dinge, deren Richtigkeit kontrolliert werden konnte und uns Experimentierenden bekannt waren. Dann aber gingen wir zu Gegenstaenden ueber, deren Herkunft uns selbst unbekannt blieb, die wir jedoch nachtraeglich kontrollieren konnten; stets wurde mit groesster Genauigkeit alles berichtet.
Eines der ersten Experimente ist mir besonders in Erinnerung geblieben, weil es charakteristisch ist fuer die Art dieses Schauens und gleichzeitig den Beweis lieferte, dass wir keiner Selbsttaeuschung unterlagen. Wir hatten bei einem mit Gipsfiguren handelnden Bildhauer eine kleine Figur erstanden, die uns von der Verkaeuferin ohne jede weitere Auskunft uebergeben worden war. Zuhause ersuchten wir die junge Dame, uns ueber deren Herstellung eine kleine Schilderung zu geben. Der Bildhauer war uns bekannt, wir demnach in der Lage, die Angabe nachzupruefen. Das junge Maedchen legte die Stirn an die Figur, schloss die Augen und erzaehlte uns sofort, sie saehe den Laden, in dem wir die Figur kauften. Wir waeren beide zugegen - man gaebe uns die Figur, wir zahlten zwei Mark dafuer. - jetzt veraendert sich das Bild - ein Mann mit Bart im weissen Arbeitsanzug stehe allein im Laden (es war der uns bekannte Bildhauer); eine Frau, seine Frau, trete in den Laden durch eine hintere Tuer ein, sie hat die von euch gekaufte Figur in der Hand; sie redet ihren Mann an, sie habe auf einer Wohltaetigkeitslotterie diese Figur gewonnen -sie weiss nichts damit anzufangen, - sie sagt, vielleicht kauft sie jemand. Ihr Mann lacht, er nennt sie seine kleine praktische Frau, - er stellt die Figur auf den Tisch und schreibt 2 Mark als Preis auf den Sockel. ich sehe jetzt einen grossen Saal, - lange Tische, mit Geschenken bedeckt, - an einem Tisch werden Lose verkauft, - die Dame aus dem Laden kommt, - sie kauft fuenf Lose, - sie oeffnet sie, - sie hat zwei Gewinne, - sie geht zur Gewinnausgabe, -ach, da steht die Figur, man gibt ihr diese und noch eine kleine Ledertasche. - In dieser Weise wurde noch ausfuehrlicher die Herkunft der Figur, immer weiter rueckwaerts in die Vergangenheit gehend, geschildert. Diese Dinge zu erzaehlen ist zwecklos, weil wir nicht in der Lage waren, die Wahrheit der Angaben festzustellen, wohl aber vermochten wir es ueber das bis dahin Geschilderte. Es stimmte alles auf ein Haar!
Laengst schon hatten wir die Ueberzeugung gewonnen, dass unser Medium ein absolut sicheres Ferngesicht besass, die vielfachen Beweise hiefuer waren schlagend. Eines Tages fiel mir ein, demselben einen Ring zur Pruefung zu uebergeben, dessen merkwuerdiger Stein schon manchem Archaeologen ein Kopfschuetteln abgenoetigt hatte. Der Ring enthielt eine antike Gemme: auf weissem Grund zeigt sich ein erhaben brauner Kopf von eigentuemlichem Gesichtsschnitt und merkwuerdigem Helmaufsatz. Der Stein ist kein Achat, dessen verschieden gefaerbte Adern besonders gerne zu derartigen Darstellungen benutzt werden, sondern ein Stein, dessen Herkunft nicht festzustellen ist. Am aehnlichsten erscheint er noch unserem Quarz, reagiert jedoch nicht auf Proben mit Salzsaeure, denn letztere griff ihn nicht an. Gesicht und Helmschmuck des Kopfes hatten nichts aehnliches mit anderen Gemmen bekannter Museen aufzuweisen, so dass jeder Archaeologe ueber die Herkunft dieses alten, aus unbekannter Zeit stammenden Ringes im unklaren blieb.
Die junge Dame pruefte den Ring, resp. die denselben enthaltende Gemme, und es entwickelten sich die frappierendsten Bilder, die in den nachfolgenden Blaettern zu einem uebersichtlichen Ganzen zusammengestellt worden sind. Es wurde uns damit durch Psychometrie ein Einblick in eine uns gaenzlich fremde und dennoch wiederum bekannte Welt gegeben. jene Bilder fuehren uns auf einen unserem Sonnensystem einst angehoerigen Planeten, der vor langen Zeiten zerstoert wurde durch die Schuld des ihn bewohnenden Menschengeschlechtes. Ein furchtbares Zeugnis, wohin der Wahn und die Verworfenheit des Menschen fuehren kann, der sich selbst hoeher duenkt als die das All regierende goettliche Kraft.
Die Gesetze der Psychometrie ergeben (man vergleiche das geschilderte Beispiel), dass sich die Ereignisse, immer mehr die Vergangenheit erschliessend, ruecklaeufig darstellen. Da jedoch eine Erzaehlung gerade den umgekehrten Weg geht, so sind in dem folgenden Gang der Handlung zwar alle Schilderungen genau wiedergegeben, jedoch der Art entsprechend, wie es der Leser gewoehnt ist, d. h. fortschreitend und nicht ruecklaeufig. Es war eine Bearbeitung der nur in abgerissenen Saetzen dargestellten Bilder notwendig, die zwar sehr oft lange Dialoge der auftretenden Personen enthielten, deren stenographisch mitgeschriebener Wortlaut jedoch in seinem urspruenglichen Text ermueden wuerde.
Die Aufgabe des Schriftstellers war es, ein geschlossenes Ganzes zu bieten. Diese Arbeit hoffe ich geleistet zu haben, ohne dabei dem psychometrisch Geschauten etwas hinzuzusetzen oder abzunehmen. Moege der Leser Gefallen an der Arbeit finden, mehr aber noch Nutzen ziehen aus den Lehren und den Darstellungen, die sich ihm nun erschliessen werden.
Der Verfasser
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