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Gedanken zum Sterben und zum Tod (1 Leser) (1) Gast


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THEMA: Gedanken zum Sterben und zum Tod
#32104
Gedanken zum Sterben und zum Tod
(21.08.2011 13:24)  
 


Ich nehme die Tod von hexewl2 zum Anlass, mal laut über etwas nachzudenken, was uns sicher allen schon passiert ist.
 
Jemand aus dem Bekannten- oder Verwandtenkreis geht, kommen öfter Gedanken auf, die da heissen: Wäre ich doch dann und dann nochmal zu ihm gegangen! oder Hätte ich nochmal angerufen! ...etc. Auch im Gedenk-Tread an hexewl2 lese ich diesen Gedanken wieder.
 
Die Frage, die man sich beantworten sollte ist, ob man wirklich anders reagieren würde, wenn sie noch lebte oder ob es nur das schlechte Gewissen ist, was einen quält.
 
Ich hatte kein gutes Verhältnis zu meiner Mutter und habe sie in den letzten fünf Jahren, in denen sie im Pflegeheim war, nicht mehr besucht. Man drängte mich von verschiedenen Stellen, mich mit ihr zu versöhnen, was ist aber nicht tat. Der Grund war nicht in meiner Verstockheit zu suchen, sondern in meiner Überzeugung und Erfahrung aus vielen gemeinsamen Jahren, dass ich sie nicht erreichen würde und nur mit einem weitern Frustgefühl gehen würde.
Es ist jetzt einige Jhre her, dass sie starb, aber ich habe bis heute nicht das Gefühl, etwas falsch gemacht zu haben. Im Gegenteil, weiß ich heute, dass sie jetzt begreift, warum ich so gehandelt habe.
Mit hexewl2 ging es mir ähnlich - irgendwann schrieb sie mich auch an und ich habe nicht reagiert. Aber würde ich heute in gleicher Lage anders reagieren? Ich bi nmir dessen nicht sicher. Daher macht es auch keinen Sinn, ein schlechtes Gewissen zu haben.
 
All jenen, die diese Frage mit NEIN beantworten, möchte ich raten - ändert Euer Verhalten gegenüber Euren Nachbarn, Verwandten und Mitmenschen - hat nicht jeder eine Tante, Onkel, Freundin, etc. bei der man sich lange schon mal wider hätte melden sollen?
 
Man weiß nie, wie lange einem diese Möglichkeit bleibt...
 
 
Es grüsst
 
der Zeitreisende
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#32106
Aw: Gedanken zum Sterben und zum Tod
(21.08.2011 14:12)  
 


Hallo Zeitreisender,
 
hm, das ist ein schwieriges Thema. Du schreibst, dass du nicht versucht hast sich mit deiner Mutter auszusöhnen, weil du wusstest, dass du sie nicht erreichst und es dich wieder nur frustriert hätte.....
 
Ich kenne dieses Problem nur zu gut, nur ist es bei mir aktuell, weil meine Mutter lebt. Ich weiß ebenfalls, dass ich niemals über ein normales Gespräch an sie heran kommen werde. Das liegt u.a. darin, dass ich zwar aufgehört habe, ihre Tochter zu sein, in dem Sinne, dass sie mich beschützt, mich lehrt, mir die Welt zeigt, dass ich also nun auf meinen eigenen Beinen stehe, sie aber immer noch die Mutterrolle voll auszufüllen versucht. Sie hat nie losgelassen und versucht eine Freundin zu werden. Und dies gibt natürlich nun Reibereien, weil sie sich immer noch über mich stellt. Das, was sie sagt, ist Gesetz. Sie kann z.B. auch nicht mein Leben aus meinen Standpunkten heraus betrachten sondern tut das immer aus ihren. Und da kommen wir zum nächsten Problem: Für meine Mutter bin ich IHR Kind, dh. aber auch, dass sie mir nie eine eigenständige Persönlichkeit zugestanden hat und zugestehen wird. Ich bin IHR Fleisch und Blut, also habe ich auch so zu funktionieren, wie sie es will, denn SIE hat mich erschaffen....
Aber wir wissen, dass das so nicht ganz richtig ist. Sie hat zusammen mit meinem Vater meinen Körper erschaffen, nicht aber meine Seele!!! Sie hat das Gefäß bereit gestellt für diese...
Es ist für mich sehr schwierig mit dieser Situation umzugehen, da ich sehr gerechtigkeitsliebend bin und mich dagegen wehre, wenn mir jemand, in welcher Form auch immer, zu nahme kommt, ohne dass ich das will. Ich habe versucht mit ihr zu reden, mich gegen ihr Verhalten zu wehren und wurde behandelt, wie ein kleines Kind. Sie sagte zu mir "Was bist du denn so zickig?". Beim zweiten Gespräch (3 Wochen vor Ostern), ein Telefonat, hat sie dann aufgelegt.
Zu Ostern bekam ich dann eine Karte von ihr, dass sie ihre Haustürschlüssel wiederhaben will....
Ich habe mich seitdem nicht mehr gemeldet und seitdem geht es mir gut. Ich habe nicht mehr einmal die Woche nach dem gemeinschaftlichen Telefonat einen dicken Hals, weil ich mich über sie ärgere. ABER! es ist alles nur Selbstschutz und ich weiß, dass dies eine Aufgabe ist, die gelöst werden will und die besteht nicht darin zu warten, dass sie stirbt, sondern in Vergebung.
Ich weiß, wie die Kindheit meiner Mutter war, warum sie in vielen Dingen so handelt, wie sie handelt, warum sie so ist, wie sie ist.  Ich kenne sie besser, als sie sich selbst, weil sie ein Mensch ist, der immer nach Außen geht, aber niemals nach innen (was auch ein Selbstschutz ist). Sie kennt sich nicht, sie kennt ihre Gefühle nicht, sie weiß nicht, warum sie ständig krank ist, woher das kommt, welche Verstrickungen es in ihrem Leben gibt...
 
Und ich darf ihr einfach nicht böse sein, weil sie so ist wie sie ist und weil ich zu einer falschen Zeit an einem falschen Ort war und sehr viel negatives durch sie erfahren habe.
 
Sie ist in ihrer Erziehung, in den gesellschaftlichen Schemata, in irgendwelchen moralischen und christlichen Aspekten gefangen und sie hat es nie in ihrem Leben gelernt da raus zu kommen. SIE IST GEFANGEN!!!
 
Ich darf zwar wütend sein, über das, was sie mir angetan hat, aber Wut ist eine Energie, die entsteht für Situationen, die man ändern WILL, aber NICHT ÄNDERN KANN. Wut ist sinnlos.
 
Ich möchte nicht mehr wütend sein..... und ich bin auch nicht die Person, um die es geht. Es geht um sie, um diese, arme, bemitleidenswerte Frau. Es geht darum so stark zu werden (tiefe Liebe zu empfinden) und sich selber aus diesem Gefüge heraus zu ziehen, so dass es einem nichts mehr anhaben kann und es geht darum ihr zu vergeben für all das, was sie mir angetan hat....
 
Jetzt kann ich das noch nicht. Aber ich denke ich bin auf dem guten Weg eines Tages vor sie zu treten und zu sagen: "Mama, ich vergebe dir."
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#32113
Aw: Gedanken zum Sterben und zum Tod
(21.08.2011 16:05)  
 


Ist das möglich..einem Menschen zu vergeben,der NIE um Vergebung bat und gar keine Einsicht zum Thema hat?
 
Kann das Kapitel Vergebung geschlossen werden,ohne das die betreffende Person einem je die Hand entgegenstreckte und sagte "Es tut mir so leid..bitte..verzeih mir!"???
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#32115
Aw: Gedanken zum Sterben und zum Tod
(21.08.2011 16:50)  
 



Eiriz schrieb:

Jetzt kann ich das noch nicht. Aber ich denke ich bin auf dem guten Weg eines Tages vor sie zu treten und zu sagen: "Mama, ich vergebe dir."

Hallo, Eiriz..
 
Ich kann dich nur zu gut verstehen...
Und auch wenn der Tread nicht dazu gedacht war, über Eltern/Kinder-Rollen zu reflektieren, ist dies bei vielen ein zentrales Thema und ich geh gern darauf ein...
 
Es ist der klassische Mutter/Tochter-Konflikt... die Mutter, die alles besser weiß und nicht recht loslassen kann...
Meine Mutter hatte los gelassen....schon zu einer Zeit, als ich ihre Hilfe brauchte. Ich habe ihre Liebe als Kind oft gesucht und nicht bekommen...ich habe als Erwachsener oft versucht, das Thema zu klären und zu beenden, aber was ich fand, war Uneinsichtigkeit.
 
Irgendwann war ich es müde, mich sinnlos zu bemühen.
 
Ich frage dich eines - was würde passieren, wenn du vor deine Mutter trittst und sagst: Ich vergebe dir!  :-)
Ich kenne deine Mutter nicht, aber ich höre sie etwas sagen wie:  Was ist mit dir denn los, was hab ich denn getan? Ich wollte immer nur dein Bestes, aber ICH bin ja immer alles in Schuld....
 
...oder liege ich da falsch?
 
Z.
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#32117
Aw: Gedanken zum Sterben und zum Tod
(21.08.2011 17:45)  
 


Sehr gutes Thema @Zeitreisender
 
Besonders schwierig ist es sicher, wenn es sich um nahestehende Angehörige oder gar Vater/Mutter handelt und man nicht "Im Reinen"voneinander gehen kann. Letztlich muß das jeder für sich selbst ausmachen und dann mit den Konsquenzen leben.
Ich möchte aber hier eher die Anregungen aufnehmen in Bezug auf gute Freunde.
 
Hier ertappe ich mich bei solchen Anlässen auch immer wieder bei den Gedanken: hättest du doch nur oder warum habe ich denn nicht..jetzt ist es zu spät
 
und dann nehme ich mir vor, es künftig anders und besser zu machen, dies und jenes zu unternehmen, den Kontakt zu pflegen, gerade wenn sie eben nicht um die Ecke wohnen.........und verlaufe mich trotzdem wieder im Alltagstrott und setze es nicht um..bis die nächste Nachricht mich ereilt.
 
Und wieder nehme ich mir vor, diesen Kreis endlich zu durchbrechen............nur warum klappt es einfach nicht?
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#32118
Aw: Gedanken zum Sterben und zum Tod
(21.08.2011 17:59)  
 



Zeitreisender schrieb:

Ich frage dich eines - was würde passieren, wenn du vor deine Mutter trittst und sagst: Ich vergebe dir!  :-)
Ich kenne deine Mutter nicht, aber ich höre sie etwas sagen wie:  Was ist mit dir denn los, was hab ich denn getan? Ich wollte immer nur dein Bestes, aber ICH bin ja immer alles in Schuld....
 
...oder liege ich da falsch?
 
Z.


Hallo Zeitreisender,
 
sie würde sich niemals irgend eine Schuld eingestehen, es sind IMMER die anderen....
 
Sicherlich würde so etwas ähnliches kommen, aber genau dann würde ich für meinen Teil die Frage im Raum stehen lassen, um nicht wieder in alte Schuldzuweisungen zu verfallen und ihr höchstens noch vergeben, dass sie nicht weiß, warum ich ihr vergebe.
 
Ich habe eben überlegt, ob ich den Text, den ich weiter oben geschrieben habe, ihr nicht als Brief schreiben sollte...... hm.......
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