Juhu miteinander,
ich habe jetzt nicht alle Beiträge gelesen, möchte aber speziell auf Hexchen eingehen...
Erstmal grundlegendes zu mir selber. Ich bin Pescetarierin, dh. ich esse kein Säugetier, aber Fisch. Okay, ab und an kommt mal Geflügel auf den Tisch. Überwiegend ernähre ich mich allerdings von "Grünzeug".
Ich habe aufgehört Säugetier-Fleisch zu essen, nachdem ich von Penelope Smith das Buch "Gespräche mit Tieren" gelesen hatte, außerdem aus gesundheitlichen Gründen, und zu guter letzt, weil es mir eh nie richtig geschmeckt hat. Ich habe das erst hinterher gemerkt, wie ekelig Fleisch ist..... am Kotelett der fettige Rand, ein trockenes Schnitzel, dieses ekelig-trockene-faserige einer Rinderroulade... lecker ist anders.... ich möchte euch damit nicht den Appetit verderben, aber wenn ihr esst, spürt mal in euch hinein, ob dass, was ihr da gerade zu euch nehmt, wirklich lecker ist (geht z.B. auch wunderbar mit Fertigprodukten....).
Fisch.... ja, ich esse gerne Fisch, allerdings nimmt das auch nicht überhand... letztens hatte ich Hering in Sahnesauce.... und ehrlich. Der war ganz schön ekelig! Dann hatte ich Forelle, frisch geräuchert und noch warm. DIE war richtig lecker! Es ist schon ein riesiger Unterschied, wo das Tier, das ich da esse her kommt und wie es verarbeitet wurde... ob es maschinell oder noch von Hand war... Ich habe nicht viel Geld, aber wenn ich einkaufe verzichte ich lieber wochenlang auf den Dreck, den man im Kühlregal zu kaufen kriegt und geh dann lieber ist Fischfachgeschäft und zahl ein bisschen mehr!
Geflügel.... mea culpa, mea maxima culpa...... wobei ich auch hier nicht wöchentlich Fleisch auf dem Tisch habe.... allerdings bekommt mein Hund jeden Tag frisches Geflügel, und das kaufe ich nun mal im Supermarkt. Wie gesagt, ich habe nicht viel Geld... aber ich möchte nicht, dass mein Hund den Dreck, den man allgemein als Hundefutter bezeichnet, permanent bekommt. Buchtipp: "Katzen würden Mäuse kaufen" Und meinen Hund vegetarisch zu ernähren wäre ein absolutes NoGo...
Nun ja, Hexchen sprach an, dass wir, wenn wir uns rein vegetarisch ernähren würden, nicht mehr genügend Lebensmittel hätten und die Natur noch weiter durch Monokulturen geschädigt werden würden..... ich bin mir da nicht so ganz sicher.....
Ich wohne auf dem Land. Wenn ich aus dem Fenster schaue befinden sich direkt um den Hof Weiden, über die Straße Felder: Mais, Weizen, Gerste. ALLES, wirklich alles, was hier angebaut wird, geht zum nächsten Bauern und wird an seine Schweine verfüttert.
Auf den Weiden hier stehen Fleischkühe... wenn sie dort nicht stehen wird Heu gemacht... für den Winter, damit die Kühe auch was zu fressen haben....
Ich habe im Internet gesucht und eine Rationsberechnung für eine Kuh gefunden:
http://www.technikatlas.de/~tc10/index.htm?/~tc10/fuettern/interview.htm
Hier mal im Überblick, was eine Kuh in einer Ration bekommt:
29 kg Maissilage
9 kg Grassilage
0,2kg Stroh Gerste
9 kg Premix
0,25 kg Sojaöl
0,14 kg Spezial
0,05 Viehsalz
Macht 47,64 kg Futter für eine Ration.
Mich hat es nun interessiert, wie viel Maissilage auf wie viel qm Fläche angebaut wird und habe diese Seite gefunden:
http://agrarinfo.aspdienste.de/Internet/global/themen.nsf/30921dbc5de96592c12573d1005132f8/e86855066f934ae3c12576240033cbf5?OpenDocument
Hier steht: 117,4 dt Trockenmasse Maissilage je Hektar.
Okay, also schauen wir mal.... 29kg Maissilage sind 0,29dt,
1 Hektar sind 10.000qm, wenn man nun auf die Werte einen Dreisatz anwendet erhält man eine Fläche von 24,7qm auf 29kg Maissilage. Wenn man das jetzt auf ein Jahr umrechnet, also x365 erhält man
eine Fläche von 9115qm, die für EIN Rind benötigt wird, um lediglich die Maissilage (da sind also die anderen 18kg Futtermittel noch gar nicht drin) anzubauen. Uff....
Hinzu kommt, das ein so ein Rind 60-100l Wasser am Tag trinkt....
Die Frage ist nun, wie viel Fläche ein Mensch braucht, um Gemüse für seinen täglichen Bedarf anzubauen.....
Des weiteren stimme ich Hexchen da zu, dass sich in unseren Schlachthöfen sehr viel getan hat. Es werden immer neue Techniken erfunden, um die Tiere noch schonender zu betäuben. Wo früher mit Stromzangen und Bolzenschussgeräten gearbeitet wurde, die oftmals eine präzise Betäubung gar nicht zu ließen, gibt es nun Anlagen, in denen die Tiere einzeln eingepfercht werden und dort präzise durch Strom (z.B: Nasensonde)betäubt werden. Doch leider ist diese Technik noch nicht in allen Schlachthöfen verbreitet.
Mein Fazit: Ich kann und ich werde es niemandem verbieten Fleisch zu essen oder madig zu machen (zumal ich ja selber noch Geflügel und Fisch esse....), ich kann aber nur jedem, der Fleisch essen möchte, es ans Herz legen, sich genau darüber zu informieren, wie die Tiere gehalten werden, und nicht nur das: Wie sie transportiert und auch geschlachtet werden...
Grüße
Eiriz
P.S: ein ganz großes Thema in diesem Zusammenhang sind für mich auch Eier....
http://www.bund-herne.de/daten/monatsthemen/Kein_ei_mit_drei.html