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Galdr-Praxis (1 Leser) (1) Gast



 
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THEMA: Galdr-Praxis
#42301
Galdr-Praxis
(19.07.2014 15:15)  
 


Die Galdr-praxis ist Teil des nordischen Schamanismus und orientiert sich am Wort, am Stabreim und an der Rune des Stabreimes. Das wäre aber dann schon die tiefere Ebene.
Der folgende Text bietet die Möglichkeit einen Stabreim der Edda als Muster für die spirituelle Entwicklung zu lesen, als Affirmation und Gesang (Galdr)
Der Text basiert auf die Übersetzung von Genzmer, die Kommentare sind von mir.
 
 
Spirituelle Praxis anhand eines Textes der Edda
 
 
Der Zaubergesang der Groa
(Textversion Genzmer)
 
Der Zaubergesang der Groa kann als ein Text gelesen werden, der – in spiritueller Sicht – dem SOHN (Svipdagr – der klare Tag – entspricht Baldr und ebenso dem Christus in der jüdisch/christlichen Spiritualität) der Großen Mutter (Groa in diesem Text ein Aspekt dieser Göttin) zum inneren Durchbruch verhilft, und als Stufenweg gelesen – und gelebt – zur Bewusstwerdung führen kann.
 
1
(Svipdagr)
Wache, Groa!
Wache, du Gute!
Ich weck dich vor Totenreichs Tor.
Denke dran,
dass du deinen Sohn
zum Hügel hingerufen!
2
(Groa)
Was sendet Sorge
meinen einzigen Sohn?
Welches Leid belastet dich,
dass du die Mutter ruftst
aus Moder und Staub,
die die Lichtwelt verließ?
 
Das Totenreich wurde erst in christlicher Zeit (der Aufzeichnungszeit dieses Textes) rein negativ gesehen. Ebenso war das unterirdischen Helheim (Moder und Staub) nicht das einzige Totenreich. Odin, sowie Freya holten Tote zu sich und auch die Meeresgöttin war nicht faul.
Das Abwerten von Totenbeschwörung ist in der biblischen Geschichte von Saul zu sehen und der oftmaligen Abwertung dieser Praxis durch die jüdischen Propheten (Konkurenzdenken). Hier kann es als Ausdruck der Ahnenverehrung gesehen werden, die unter den germanischen Völkern praktiziert wurde.
Die Ahnen wurden als noch lebendig wahrgenommen und dies kommt in Vers 1 (dass du deinen Sohn...gerufen) zum Ausdruck
3
(Svipdagr)
Ein schlimmes Brettspiel
stellte mir das böse Weib,
das meinen Vater umfing:
sie wies mich, zu wandern
den Weg zu Menglöd
der als ungehbar gilt.
 
 
4
(Groa)
Weit sind die Wege,
weit ist die Fahrt,
weit gehen Wünsche wohl,
wenn das wird,
dass sich dein Wille erfüllt
und es geht nach Schicksals Schluss.
 
Menglöd (die Halsbandfrohe) ist eine Umschreibung für Freya, der Großen Mutter, dem weiblichen Aspekt des Großen Lebens, oder des SEINS.
Groa erwidert dagegen dass die Fahrt gelingen kann, wenn sie einmal Svipdagr's Wille ist (er sie also nicht als von der bösen Stiefmutter erzwungen ansieht) und es andererseits dem Wyrd (dem Schicksal) entspricht. Beides muss zusammenpassen. Das Schicksal wirkte in der Stiefmutter, den Willen muss sich Svipdagr noch erringen. Es „werden lassen“ - das Zusammenspiel von Willen und Schicksal.
 
5
(Svipdagr)
Sing mir die Lieder,
die Segen bringen,
hilf, Mutter, mir!
Auf der Fahrt muss ich
sonst finden den Tod:
zu jung bin ich ja
 
Svipdagr zeigt mit dieser Aussage, dass er diesen Willen aus sich noch nicht besitzt und auf die Macht der Mutter vertraut. Also den positiven Schicksalsmächten.
Groas neun Sprüche können dagegen, wenn sie umgewandelt werden, diesen Willen in Svipdagr (und somit dem SOHN) erwecken. Und jeder Mensch ist ein Sohn der Großen Mutter, für die Groa stehen kann.
 
 
Die Neun Weihe-sprüche
 
1 (6)
Das sing ich dir zum Ersten,
das man allkräftig nennt -
es sang Rinda dem Ran -
dass von der Schulter du schleuderst,
was schlimm dich dünkt;
führe selber dich selbst!
 
Rind und Ran = Mutter und Sohn. „Rind“ ist der Name der Mutter Walis und Baldurs - Ran ein Beinahme Baldurs, des Licht- und Tagesgottes. Der Name des Sohnes (der Groa) lautet „Svipdagr“ = der klare, reine, leuchtende Tag. Der Bruder des Lichtgottes Baldur hat nur eine Aufgabe – die Rache, an dem, der den Tagesgott tötete.
Schleudere dass von deinen Schultern, dass dich bedrückt. Der Lichtgott die Todesfurcht, die Menschenseele die Angst. Svipdagr hat Angst vor dem Weg, den er vor sich hat, vor seinem Schicksal. Diese Angst lähmt ihn.
Furcht und Angst sind keine Führer – nur du Selbst und deine Aufgabe im Leben (also dein Schicksal) können dein Führer sein. Achte auf dich selbst!
 
2 (7)
Das sing ich dir zum Zweiten,
wenn du ziehen musst
willenlos den Weg:
auf allen Seiten
schirmen dich Urds Riegel,
wenn dich Drangsal drückt.
 
Wenn du willenlos ziehen musst. Wenn also dein Schicksal dich führt und du es nicht angenommen hast. Du dich dagegen wehrst, dein eigener Wille nicht bei dir selber sondern irgendwo draußen sich wild wehrt – Urd (die Schicksalsfrau) wird dich schirmen (beschützen)
Nimm dein Schicksal an, du bist es selbst. Lass Wille und Schicksal eins sein.
 
3 (8)
Das sing ich dir zum Drittten,
bedrohen dein Leben
der Ströme Sturzwellen:
Hrönna und Hrid
sollen zu Hel sich wenden
und verdorren vor dir.
 
Hrid = Sturm und Hrönna = Welle sind die entsprechenden Personifikationen hinter diesen beiden sinnlichen Erscheinungen.
Hier geht es um die damals als bedrohlich erlebten Naturereignisse, denen wir zwar auch heute noch ausgesetzt sind, aber in unserer Kultur besser geschützt.
Das Leben mag oft bedrohlich wirken, aber es ist nicht nur gefährlich, sondern auch Nahrung und Kraft schenkend. Vertraue dem Leben und der Vergänglichkeit von Bedrohungen aller Art.
 
4 (9)
Das sing ich dir zum Vierten,
wenn Feinde gerüstet
dein warten am Weg:
ihr Wille wende
sich zum Wohle dir
und zur Versöhnung ihr Sinn!
 
(das Wort „Versöhnung“ ist eindeutig christliches Gedankengut und passt nicht in die Vorstellungswelt der Edda)
Wenn menschliche Bedrohung sich dir nähert, dann lass ihren Willen wenden – und das geschah damals (und auch heute) durch die Wehr, der Durchsetzung des eigenen Willens. Er wird – wenn dein Wille und dein Schicksal im Einklang sind – dir zum Wohle und zur „Versöhnung“ mit deinen Feinden sein. Sei wehrhaft. Denn nur zwischen gleichwertigen Partnern ist ein Ausgleich (Versöhnung) möglich. Bei Ungleichheit der Kräfte, also einem Starken und einem Schwachen, entsteht ein Abhängigkeitsverhältnis.
 
 
 
5 (10)
Das sing ich dir zum Fünften,
wenn man Fesseln dir
um die Knöchel knüpft:
Lösezauber
will deinem Gelenk ich sprechen,
dann springt das Band vom Bein.
 
Fesseln um die Knöchel – also Füße – schränkt die Bewegungsfreiheit ein. Stand damals für die Gefangenschaft. Aus der man durch die Verwandtschaft befreit werden konnte. Aber auch durch die eigene List und Gedankenkraft. Sich aus Bindungen zu lösen, die eigene Bewegungsfreiheit wieder zu erlangen ist eine Aufgabe des Denkens und beginnt in der inneren Beweglichkeit. Werde frei – von inneren und Äußeren Bindungen.
 
6 (11)
Das sing ich dir zum Sechsten,
wenn See auf dich eindringt,
gewaltiger, als man weiß:
Wind und Wellen
sollen dir willig sein
und dir friedlich Fahrt geben.
 
Hier geht es um die Reise selbst, die Fahrt auf der See. Oder dem Lebensmeer. Mit den vorhergegangenen Entwicklungsstufen kann diese Fahrt gewagt werden und die Meisterung dieser Reise ist möglich. Im Vertrauen auf das Schicksal, das Leben und die eigenen Fähigkeiten wird sie gelingen. Wage deine Lebensreise, sei mutig.
 
7 (12)
Das sing ich dir zum Siebenten,
wenn versehrender Frost
dich heimsuche im Hochgebirg:
des Todes Kälte
bleibe deinem Körper fern,
unverletzt sei dein Leib.
 
Die Berge und das Reich der Frostriesen ist erreicht (Berge galten seit jeher als der Ort, an dem das Menschliche sich dem Göttlichen nähern kann – es geht um die Reise Svipdagrs zu Freya). Hier lässt sich an die Yoga-Übungen der Inder denken (und anderer spiritueller Systeme) die durch geistige Übungen (5. Spruch) ihren Körper auch in lebensfeindlicher Umgebung unverletzt – also lebensfähig – halten können. Sei lebendig aus deinem Geist, er wird deine Lebensprozesse erhalten. Der Mensch ist eine psychosomatische Einheit und es geht nicht um die Überwindung des Körpers (jedenfalls nicht um den dem materiellem Körper zu Grunde liegenden Lebensleib)
8 (13)
Das sing ich dir zum Achten,
ereilt dich draußen
Nacht auf Nebelpfaden,
dass kein totes
Christenweib dir
übles antun kann.
 
Das „tote Christenweib“ mag hier seltsam klingen. Aber mit der Erreichung des Gebirges ist im spirituellen Sinne auch das Erreichen des Überganges zu geistigen Welt (Götterwelt) angesprochen und in der damaligen Zeit war das Christentum der Feind des Heidentums, gegen deren – als real empfundene - geistigen Wesen, der Adept des heidnischen Weges sich wehren musste.
Aber warum „Weib“? Einmal geht es zu Freya und zum anderen waren in der damaligen Zeit die „zauberkundigen Frauen“, die Völven, oder Hagedisen (daraus wurde der Begriff „Hexen“) in den germanischen Völkern die „Kontaktstellen“ zwischen Diesseits und Anderswelt. Die Disen begleiteten auch auf den „Nebelpfaden“ in der lichtlosen Nacht, also der Geistwelt. Sei lebendig in der Anderswelt und gehe deinen Pfad (zur Göttin).
 
9 (14)
Das sing ich dir zum Neunten,
unternimmst du mit speerstolzem
Riesen Redestreit:
Rat und Redestreit
sei dir reichlich für Herz
und Lippen verliehen!
 
Die Riesen (Dursen) wurden als die grundlegenden Mächte der Welt verstanden (auch die Götter stammen von ihnen ab und Mitgard – die Erde – besteht aus dem Leib eines Dursen), welche an der Menschenschöpfung nicht ummittelbar beteiligt waren und diesen somit auch eigenständig gegenüber treten. Der Mensch muss ein eigenständiges Wesen sein, mit Werten und Weisheiten, die vor diesen Wesen bestehen. Sei du selbst und du wirst bestehen.
 
15
Niemals fahr nun,
wo Vernichtung droht,
nichts wehre deinem Wunsch!
Auf erdfestem Stein
stand ich im Tor,
da ich die Sprüche für dich sprach.
16
Der Mutter Worte
bewahre nun, Sohn,
und behalt im Herzen sie!
Vollgemessen Heil
soll dir folgen stets,
solang du dessen gedenkst.
 
Nichts wehre deinem Wunsch“ - solange der Wille (Wunsch) den Mensch durchdringt und dieser im Einklang mit dem eigenen Wyrd (Schicksal) ist, wird „Vollgemessenes Heil“ die Folge sein.
 
-------------------------------------------------------------------------------------
 
Die neun Affirmationen der Sprüche:
 
Achte auf dich selbst
Nimm dein Schicksal an
Vertraue dem Leben
Sei wehrhaft
Werde frei
Sei mutig
Sei lebendig aus deinem Geist
Sei lebendig in der Anderswelt
Sei du Selbst
 
---------------------------------------------------------------------------------
 
Die Neun Weihesprüche der Groa (als persönliche Affirmationen)
1
Das sing ich mir zum Ersten,
das man allkräftig nennt
dass von der Schulter ich schleudere,
was schlimm mich dünkt;
ich führe selber mich selbst!
(Ich achte auf mich selbst)
 
2
Das sing ich mir zum Zweiten,
wenn ich ziehen muss
willenlos den Weg:
auf allen Seiten
schirmen mich Urds Riegel,
wenn mich Drangsal drückt.
(ich nehme mein Schicksal an)
 
3
Das sing ich mir zum Dritten,
bedrohen mein Leben
der Ströme Sturzwellen:
Hrönna und Hrid
sollen zu Hel sich wenden
und verdorren vor mir.
(Ich vertraue dem Leben)
 
4
Das sing ich mir zum Vierten,
wenn Feinde gerüstet
mein warten am Weg:
ihr Wille wende
sich zum Wohle mir
und zur Versöhnung ihr Sinn!
(Ich bin wehrhaft)
 
 
 
5
Das sing ich mir zum Fünften,
wenn man Fesseln mir
um die Knöchel knüpft:
Einen Lösezauber
will meinem Gelenk ich sprechen,
dann springt das Band vom Bein.
(Ich werde frei)
 
6
Das sing ich mir zum Sechsten,
wenn See auf mich eindringt,
gewaltiger, als man weiß:
Wind und Wellen
sollen mir willig sein
und mir friedlich Fahrt geben.
(Ich bin mutig)
 
7
Das sing ich mir zum Siebenten,
wenn versehrender Frost
mich heimsucht im Hochgebirg:
des Todes Kälte
bleibe meinem Körper fern,
unverletzt sei mein Leib.
(Ich bin lebendig aus meinem Geist)
 
8
Das sing ich mir zum Achten,
ereilt mich draußen
Nacht auf Nebelpfaden,
dass kein schädigendes
Schadwesen mir
Schaden antun kann.
(Ich bin lebensfähig in der Anderswelt)
 
9
Das sing ich mir zum Neunten,
unternehme ich mit speerstolzem
Riesen Redestreit:
Rat und Rede
sei mir reichlich für Herz
und Lippen verliehen!
(Ich wirke aus mir selbst)
 
 
Vollgemessenes Heil / soll mir folgen stets / solange ich dessen gedenke
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#42302
Aw: Galdr-Praxis
(19.07.2014 18:40)  
 


Hört sich gut an.
 
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#42304
Aw: Galdr-Praxis
(19.07.2014 21:52)  
 


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